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Über unten und oben

Gibt es Werte, für die wir bereit sind, unser Leben einzusetzen? Um diese Frage dreht sich der fiktionale Gedankenaustausch zwischen einem fünfundsechzigjährigen ehemaligen Kriegsdienstverweigerer aus Deutschland und einem jungen Ukrainer, der sein Land verlassen hat. Seit dem Ausrufen der „Zeitenwende“ vergeht kaum ein Tag, an dem in der öffentlichen Debatte nicht von Verteidigungsbereitschaft, unseren Werten und notwendiger Aufrüstung die Rede ist. Der Gedankenaustausch der beiden Männer reibt sich auf in dem Bemühen, Verständnis für die Position des jeweils anderen aufzubringen.…

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Konzept und Poesie in der bildenden Kunst

Konzept und Poesie in der bildenden Kunst Im persönlichen Gespräch mit Kunsthistoriker*innen und Ausstellungsmacher*innen über meine Malerei offenbart sich immer wieder ein grundsätzliches Missverständnis:  Meine Vorstellungen, welche „Freiheit“ ich in meinen künstlerischen Entscheidungen habe und welche nicht, scheint doch immer wieder weit entfernt von den Vorstellungen der Kunsttheoretiker*innen zu sein. Seit über zwei Jahrzehnten male ich Portraits, Menschengruppen, stelle ich Menschen dar. In der Regel sind es Einzelarbeiten, selten Portraitreihen und Serien, manchmal Auftragsarbeiten. Es gibt von meiner Seite aus…

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Schulbesuch

Schulbesuch Ich kann mich gerade nicht daran erinnern, vor welchem Termin ich noch etwas Zeit zu verbringen hatte. Auf dem Weg dorthin fuhr ich an der Schule vorbei, in die ich vor fast fünfzig Jahren an einem ebensolchen freundlichen Augusttag eingeschult worden war. Einer Regung folgend hielt ich an, überquerte die Straße, betrat den Schulhof wie vor all diesen Jahrzehnten und setzte mich auf eine Bank vor dem Gebäudetrakt, in dem sich das Klassenzimmer meiner letzten beiden Schuljahre befand. Noch…

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Kulturelle Aneignung

Die Documenta15 im Licht der Debatte über „kulturelle Aneignungen“ Mit der Documenta 15 wurde ein umfangreicher Versuch unternommen, das Kunstverständnis nicht europäisch/nicht amerikanisch geprägter Künstler*innen darzustellen und zu inszenieren. Der auffälligste Unterschied bestand zunächst einmal darin, dass nicht das Werk einzelner Künstler*innen hervorgehoben wurde, sondern Arbeitsergebnisse bzw. laufende Prozesse kollektiver Arbeit. Was zu sehen und zu erleben war, hatte sich zum Teil so weit von unserem (europäischen) Verständnis entfernt, dass in der öffentlichen Debatte u. a.  von der „Entkunstung der…

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